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Die Schneeskala, besondere Normalitaet und Ueberwindungsausfluege

Februar 28, 2018

Ich habe schon lange nichts mehr vom Winter hier oben erzaehlt. Von der Polarnacht zwischen November und Januar, die mich vor ueber sieben Jahren zur gleichnamigen Kolumne und dann zu diesem Blog brachte. Vom hellen Teil des Winters mit viel Sonne und Schnee, zwischen Februar und naja, April oder so. Von Skilaufen und Stuermen und was hier sonst noch alles los ist im weniger fotogenen Halbjahr.

Eigentlich wollte ich jetzt endlich einen Ausflug vom letzten Sommer rauskramen; aber das kann ich ja machen, wenn mir der Winter zum Hals raushaengt. Bisher geht es noch. Es hat auch seit Dezember kaum geschneit, so dass ich noch in Stadium 2 meiner Schneeskala bin:

1. Stadium: Juhu, es SCHNEIT!
2. Stadium: Der Schnee bleibt auf dem Boden und den Baeumen und allem liegen. Hach, schon huebsch.
3. Stadium: Mehr Schnee. Rueckenschmerzen vom Schneeschippen. Naja, immer noch huebsch.
4. Stadium: NOCH MEHR Schnee. Wo kommt dieses ganze Zeug her? Bald kann es ja im Sueden kein Wasser mehr geben.
5. Stadium: Kann jetzt verdammtnochmal dieser weisse Scheissdreck aufhoeren?!
6. Stadium: ENDLICH. Es taut.
7. Stadium: Neiiin, nicht nochmal…

Bonus-Stadien: abwechselnd 6 und 7 bis in den Mai oder auch mal Juni hinein…

Dass es fuer ein paar Monate den groessten Teil des Tages dunkel ist, das ist halt jetzt so. Das Licht und die Farben am Himmel waehrend der paar helleren Stunden sind nicht selten so spektakulaer, dass auch die Alteingesessenen die Smartphones herausholen und Bilder auf Facebook posten. Im Stockdunkeln alltaegliche „Tagsueberdinge“ zu machen, ist schon noch ein bisschen seltsam, aber nicht weiter der Rede wert. Polarnaechtliche Ausfluege in den wie Strassen beleuchteten „Lichtloipen“ oder sogar auf unbeleuchteten Pfaden kosten Ueberwindung, koennen aber auch schoen sein. Und wenn dann die Sonne zurueckkommt, ist sie der grosse Star. Was sie natuerlich strenggenommen sowieso immer ist, schon rein astrologisch, aber hier Ende Januar noch mehr als sonst. Ich weiss noch genau, wo ich war, als ich sie dieses Jahr zum ersten Mal sah! Auf einem Berg naemlich, um das Erlebnis perfekt zu machen (ausser, dass ich gleich danach auf einer Eisflaeche ausrutschte und mein Begleiter ein aeusserst ungrazioeses Erinnerungsfoto bekam).

Eigentlich hatte ich den wildentschlossenen Vorsatz, eine mehrtaegige Huettenwanderung noch vor oder nicht lange nach Ende der Polarnacht zu machen. Eine Verkettung ungluecklicher Erkaeltungen machte mir da leider einen Strich durch die Rechnung, aber ich habe immer noch Hoffnung auf „vor Ende des Winters“. Ist ja noch Zeit…

 

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2 Kommentare leave one →
  1. Martin permalink
    Februar 28, 2018 12:03 pm

    E schneit nicht im Juni… – lediglich 2017 am 29. Mai, um schon vier Stunden später getaut zu sein. Durchschnittlich ist Tromsö am 6. Mai schneefrei (Maßstab ist die Insel Tromsöya, dort steht auf so hundert Metern Höhe eine Messstation).
    Dr. Besserwisser
    P.S. Ist aber total unwichtig… – wichtig ist die Schönheit dort und die Sensibilität der Sprache, mit der uns die Schreiberin beglückt, lach…

    • Februar 28, 2018 5:32 pm

      Natuerlich kann es in Nordnorwegen im Juni schneien – in Tromsø zuletzt 2014. Und die Messstation geht mich wenig an, wenn in meinem Garten auf der gleichen Insel noch ein Meter Schnee liegt ;)

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