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2017

Januar 6, 2018

Alles kaputt. Alles neu. Von Schmerzen und Glueck.

Ich weiss nicht, wie oft ich in der ersten Jahreshaelfte glaubte, meinen absoluten Tiefpunkt erreicht zu haben. „Immerhin kann es von hier an nur noch bergaufgehen“ ist offenbar eine Herausforderung an das Leben, dir das Gegenteil zu beweisen.
So viel Verzweiflung von allen Seiten. Den Versuch, wieder zu studieren, wegpriorisiert. Ohne, dass etwas dabei herauskam. Die Rueckkehr der Rueckenschmerzen, in Notaufnahmenstaerke, dann Tabletten, die den Hippiejungen in ein Reptil verwandelten. Zahnfleischentzuendungen koennen auch fast die Schmerzskala sprengen. Nicht nur romantische Liebe kann Herzen brechen. Und dann zerbroeselte auch noch der letzte Fels in der Brandung. Schlussgemacht am Telefon, nach vier Jahren.

Und dann. Als es mich meine letzte Kraft und Ueberwindung gekostet hatte, nach Hilfe zu rufen, anstatt mit mir selbst schlusszumachen. Da kam sie schliesslich, die Wendung zum Guten, und liess mich mal eben ein neues Leben aufbauen.

Dieses Gefuehl, wenn der Schmerz nachlaesst. Die Sommermonate voller Leichtigkeit und Euphorie. Abgesehen von der Nachricht, dass meine gehassliebte Huettenheimat verkauft und plattgemacht werden wuerde. Klar, das passte ja. Aber da hatte ich sowieso schon keinen Boden mehr unter den Fuessen und segelte lieber von Multebeere zu Blaubeere und von einem Festival direkt zum naechsten. Neue Anfaenge, denen Zauber innewohnte. Dann nochmal alleine in die Berge, zwei Tage draussen und keinen Menschen gesehen. Bevor es richtig Herbst wurde, und die Wohnungssuche dann doch ein bisschen dringend. Anzeigenstoebern, Besichtigungen, Ablehnungen, Anzeigenschreiben, Uebergangssangebote auf Sofas und in Gaestezimmern von Freunden, noch eine Besichtigung, ich koenne sofort einziehen, was? Oh. Umzugsstress. Auszugsfest. Einweihungsfest. Winter. Winterarbeit mit dem Kuestenverein. Die Leinsegel mit Teer und Talg impraegnieren, Ruder reparieren. Ich durfte zum ersten Mal eine Kreissaege bedienen und saegte mir nur ziemlich wenig in die Finger. Noch eines der vielen ersten Male: ein Zeltausflug in der Polarnacht, mit Lagerfeuer im Schnee. Nach sieben Jahren und diversen anderen Beziehungsversuchen einen Liebesbrief an jemanden geschrieben, der treuen Lesern wohlbekannt sein duerfte – mit Wissen und Unterstuetzung des neuen wichtigen Menschen. Dann meine Zugreise in den Sueden, alle Jahre wieder. Zurueck mit einer verspaeteten Weihnachtsgrippe, die mir eine eher ruhige Silvesterfeier im neuen Zuhause bescherte. Stoebern in Fotos und Notizen, so viele gute Erinnerungen aus der zweiten Jahreshaelfte. Dankesnachrichten und Neujahrswuensche an mehr Menschen, als ich mir zu Jahresbeginn haette erhoffen koennen.

Und in diesem Sinne auch mal Danke an Juli, Olli, die Glitzerkugel, Montrose und meine stilleren Leser, die immer noch hier auftauchen. Ich hoffe, 2018 ist gut zu Euch! Und wer weiss, vielleicht liest man sich dieses Jahr dann doch mal wieder oefter.

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3 Kommentare leave one →
  1. Januar 7, 2018 10:22 am

    Hallo Uli, schön, von Dir zu lesen. Danke für die Neujahrswünsche, die ich von ganzen Herzen an Dich zurücksende.
    Wenn ich deine Bilder sehe, bin ich immer wieder versucht, mal vorbeizuschauen. Allerdings erinnere ich mich dann daran, wo du lebst, wie dunkel und kalt es dort ist nach dem kurzen Sommer. Und dann bleibt mir nur noch die Bewunderung über deine Konsequenz, dich dem zu stellen. Ja, ich halte das für wirklich mutig, wie du deinen Weg gehst, der so eigen ist.
    Lass dich nicht unterkriegen!

    • Januar 8, 2018 9:33 pm

      Danke! Es ist aber auch ausserhalb des Sommers oft sehr toll hier ;)

  2. Olli permalink
    Januar 16, 2018 8:03 pm

    Liebe Ulrike,

    das Jahr fängt gut an, wenn man nicht nur mit einem neuen Blogeintrag gesegnet wird, sondern auch noch namentlich erwähnt wird :-)

    Aus eigener Blog-Erfahrung weiß ich, dass es viele stille Leser gibt. Für Dich ist das doof, aber sie sind da. Also lass Dich nicht aufhalten, 2018 mehr zu schreiben :)
    Für einen, der Jahre in der Fremde verbracht hat und sich weiterhin nach ihr sehnt, sind Blogs wie Deiner ein Segen. Zumal Du ehrlich bist und alle Seiten aufzeigst und und keine heile Welt vorspielt.

    Auf dass Dein neues Zuhause gut zu Dir ist, genau wie die immer neuen und neu wichtig gewordenen Menschen in Deinem Leben.

    Und darauf, dass 2018 gleich zwei Jahreshälften für Dich bereit hält, an die Du Dich bei der Rückschau gerne erinnerst :-)

    Liebe Grüße,
    Olli

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